Fasten, der bewusste und freiwillige Verzicht, geht im Westen auf den christlichen Glauben zurück. Schon im 5. Jahrhundert n. Chr. sollen Gläubige sich durch Verzicht auf das Osterfest vorbereitet haben. Genau 46 Tage vor Ostern – am Aschermittwoch – beginnt jedes Jahr die traditionelle Fastenzeit. Ihr Ende findet sie am Ostersonntag, dieses Jahr also am 17. April. Die sechs Sonntage, die in diesen Zeitraum fallen, werden jedoch vom Fasten ausgenommen, heißt: Die Fastenzeit umfasst 40 Tage.

Schon klar: Nicht jeder kann etwas damit anfangen, aber viele Menschen nutzen die Fastenzeit auch unabhängig vom Glauben, um auf ungesunde Ernährung oder Verhaltensweisen zu verzichten. Ganz vorne mit dabei und auch bei den Kleinen der absolute Klassiker: der Verzicht auf Süßigkeiten. Daneben gibt es aber auch noch viele andere Ideen, wie man die Fastenzeit nutzen kann. Wir haben uns gedacht: Warum eigentlich nicht mal sich selbst und gleichzeitig auch der Umwelt etwas Gutes tun?

Fasten Fürs Klima

Es gibt viele Möglichkeiten Fasten und Klimaschutz unter einen Hut zu bringen. Wir haben uns die Bereiche Mobilität, Ernährung, Energie und Geldanlage genauer angeschaut. So viel sei vorneweg gesagt: Mit einfachsten Mitteln, lässt sich Großes bewirken.

Mobilität

Wie wäre es damit, einen anderen Weg einzuschlagen: Weg vom Auto, ab aufs Fahrrad, zu Fuß oder den ÖPNV nutzen? Klar, das Auto ist eine bequeme Angelegenheit. Aber hast du schon mal darüber nachgedacht, dass der Weg zur Arbeit oder zum nächsten Ausflugsziel mit dem Fahrrad vielleicht stressfreier, gesünder und auch preiswerter sein kann? Ganz zu schweigen von dem Spaßfaktor. Manchmal ist ein Verzicht aufs Auto natürlich nur schwer möglich. Aber es gibt oft noch Alternativen, die man aus Gewohnheit nicht in Betracht zieht – eine Fahrgemeinschaft zum Beispiel? Unser Vorschlag: Raus aus der Komfort-Zone und einfach mal ausprobieren! Wer das Auto stehen lässt, tut sich und der Umwelt etwas Gutes.

In Zahlen: Unser Team-Mitglied Felix hat beispielsweise wöchentlich einen Arbeitsweg von 300 km. Da er hierfür den ÖPNV nutzt, spart er 68 Prozent CO2 im Vergleich zum Auto. Das sind knapp 2 Tonnen CO2 im Jahr. Übrigens: Jeden Kilometer, den du auf dem Rad oder zu Fuß anstatt im Auto zurücklegst, spart 0,2 kg CO2.

Ernährung

Spargel aus Peru, Karotten aus Israel oder doch lieber Bananen aus Ecuador? Multi-Kulti heißt es oft in deutschen Supermarktregalen. Wir sind es mittlerweile gewohnt das ganze Jahr über auf das volle Sortiment zurückgreifen zu können. Einerseits schön, anderseits ist aber auch klar: Die langen Transportwege über den Meer- oder Luftweg führen zu einer schlechten Klimabilanz. Dabei lässt sich auch mit saisonalen Produkten aus der eigenen Region ein kulinarisches Highlight in der Küche zaubern. Pastinaken, Winterportulak, Spinat & Co. schmecken sehr lecker und können eine willkommene Abwechslung darstellen. Saisonkalender für regionale Früchte und Gemüse verschaffen dir einen Überblick. Viel Gemüse und Salat zu essen ist darüber hinaus nicht nur gesund, sondern auch ökologisch. Die Massentierhaltung und unser Fleischkonsum sind ein gewichtiger Faktor des Klimawandels. Niemand muss sich vollständig vegan ernähren, aber wenn wir alle hier und da auf tierische Produkte verzichten, hat das sehr positive Auswirkungen für Flora und Fauna.

In Zahlen: Unser Team-Mitglied Lisa verzichtet auf Fleisch und ernährt sich vegetarisch. Dadurch spart sie über 1 Tonne CO2 pro Jahr. Angenommen du ernährst dich 2 Tage in der Woche vegetarisch, dann sind im Jahr schon ca. 340 kg CO2-Einsparung möglich.

Energie

In privaten Haushalten wird ca. die Hälfte der Energie zum Heizen benötigt. Hier gibt es also kräftiges Einsparpotenzial, das der Umwelt und auch dem eigenen Portemonnaie zugutekommt. Die richtige Raumtemperatur ist dabei ein erster Ansatzpunkt: Senkst du diese um nur 1 Grad Celsius, sparst du ca. 6 % der Heizenergie. Die ideale Raumtemperatur für Wohn- und Arbeitsräume wird i.d.R. mit 20°C angegeben. Auch richtiges Lüften kann Energie sparen. Ein dauerhaft gekipptes Fenster bringt nur schlecht Frischluft und verursacht hohe Heizkosten. Zweimal täglich Stoßlüften – nicht länger als 5 Minuten mit weit geöffneten Fenstern – kann dagegen 15 % der Heizkosten sparen. Werden Fenster und Türen optimal abgedichtet, sind weitere 5 % drin. Im Baumarkt gibt es solche Abdichtungen für unter 10 €.

Aber auch Strom lässt sich kinderleicht einsparen. Ob Drucker, TV oder Kaffeemaschine: der Standy-Modus unserer Geräte ist bequem, verursacht aber im Jahr in einem Privathaushalt durchschnittlich 8 bis 10 % des Stromverbrauchs. Das sind beim aktuellen Strompreis von 36 Cent/kWh rund 180 € im Jahr. Insgesamt summiert sich in Deutschland der Energieverbrauch durch den Standy-Modus auf 10 Milliarden kWh, was der Leistung eines mittelgroßen Atomkraftwerks entspricht.

Finanzen

Auch im Bereich Finanzen gibt es Möglichkeiten den eigenen CO2-Fußabdruck zu reduzieren. Wusstest du zum Beispiel, dass du auch deine Geldanlage nachhaltig gestalten kannst? Klassische Geldanlagen werden nach finanziellen Kriterien wie Rentabilität, Risiko oder Liquidität bewertet. So kann es passieren, dass du Unternehmen oder Staaten unterstützt, die nicht deinen Wertvorstellungen entsprechen. Nachhaltige Investmentfonds berücksichtigen dagegen ethische, soziale und ökologische Aspekte. Diese sind in den sogenannten ESG-Kriterien zusammengefasst. Eine Kennzahl, die anhand dieser Kriterien bestimmt, wie nachhaltig eine Geldanlage ist, stellt der ESG-Score dar. Um den ESG-Score für unsere nachhaltigen Portfolios zu ermitteln, nutzen wir die Nachhaltigkeitsanlayse des MSCI ESG Research. Dort wird der ESG-Score von Investmentfonds auf einer Skala von 0 – 10 eingeordnet. Hierbei gilt: je höher der Wert, desto nachhaltiger die Geldanlage. Derzeit haben unsere 7 GreenFolios alle einen ESG-Score von über 8, d.h. sie liegen in einem sehr guten nachhaltigen Bereich.

In Zahlen: Eine Investition in unser GreenFolio 7 erzielt gegenüber einer vergleichbaren konventionellen Geldanlage eine CO2-Einsparung von über 60 %. Bei einer Investitionssumme von 1000 € können somit rund 88 kg CO2 eingespart werden.

Wir sehen: Kleine Alltagsentscheidungen können Großes bewirken. Oft sind wir einfach nur zu bequem unsere etablierten Verhaltensweisen zu ändern. Die Fastenzeit ist daher ein guter Zeitpunkt das eigene Handeln zu hinterfragen und auch mal neue Wege zu gehen. Warum also nicht einfach mal ausprobieren? Im schlimmsten Fall tun wir etwas Gutes für die Umwelt.

Du hast Interesse mehr über klimafreundliches Verhalten zu lernen? Im Kurs „klimafit - Klimawandel vor der Haustür! Was kann ich tun?“, der vom WWF Deutschland und dem Helmholtz-Forschungsverbund Regionale Klimaänderung und Mensch (REKLIM) entwickelt wurde, werden wissenschaftliches Know-how und konkrete Handlungsoptionen zur Bekämpfung des Klimawandels vermittelt. Der Kurs wird bundesweit an Volkshochschulen angeboten und richtet sich an alle Interessierten, die verstehen wollen, wie sie ihre Städte und Gemeinden klimafreundlich gestalten und damit dem Klimawandel entgegenwirken können. Wir unterstützen auch in diesem Jahr das Projekt, das uns sehr am Herzen liegt. Vielleicht wird auch ein Kurs in deiner Nähe angeboten? Hier findest du mehr Infos zum Projekt und zu den Kursen:

WWF & VisualVest – gemeinsam gegen den Klimawandel

Die Geldanlage in Fonds ist mit Risiken verbunden, die zu einem Verlust deines eingesetzten Kapitals führen können. Historische Werte oder Prognosen geben keine Garantie für die zukünftige Wertentwicklung. Bitte mach dich deshalb mit unseren Risikohinweisen vertraut.