TIPP 1: ZEIT INVESTIEREN LOHNT SICH

Nicht jeder muss eine Steuererklärung abgeben, manche sind wiederum dazu verpflichtet. Auch wenn es für einen selbst eigentlich kein Muss ist: Zeit in die Einkommensteuererklärung zu investieren lohnt sich in den allermeisten Fällen. Laut Statistischem Bundesamt gab es 2017 in Deutschland 25,9 Millionen Steuerzahler mit Einnahmen aus nichtselbstständiger Arbeit, von denen 14 Millionen Personen eine Steuererklärung eingereicht haben. Von diesen haben 88 %, also 12,3 Millionen, eine Steuerrückerstattung erhalten – von durchschnittlich 1.051 Euro. Da ist schon mal ein Urlaub drin!

TIPP 2: ABGABEFRIST EINHALTEN

Was erstmal sehr einfach klingt, bringt viele in die Bredouille: Die Steuererklärung pünktlich abzugeben, spart unnötige Kosten. Die Unterlagen werden allerdings häufig auf den allerletzten Drücker zusammengetragen. Kennst du das auch? Wenn du die Frist zur Einreichung der Einkommensteuererklärung verstreichen lässt, kann das Verspätungszuschläge und Verzugszinsen nach sich ziehen. Die Abgabefrist für das Steuerjahr 2021 endet eigentlich am 31. Juli 2022. Durch das vierte Corona-Steuerhilfegesetz verlängert sich diese Frist jedoch bis zum 30. September 2022. Das ist die Deadline für Steuerpflichtige, die keine Unterstützung vom Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein beziehen. Personen, die solche professionelle Beratung in Anspruch nehmen, haben in der Regel bis zum letzten Februartag des übernächsten Jahres Zeit, also bis 28. Februar 2023. Auch hier schafft die Corona-Ausnahme mehr Zeit: Bis zum 30. Juni 2023 ist die Zustellung beim Finanzamt möglich.

TIPP 3: ÜBERBLICK BEHALTEN

Um die Abgabefrist einzuhalten und die eigenen Nerven nicht zu strapazieren, ist es wichtig, dass du den Überblick behältst. Vorbereitung und Planung ist hier das A und O. Sammelst du Belege, die das Jahr über anfallen und sortierst diese direkt, sparst du dir zeitaufreibende Stunden des Suchens. Bist du im Außendienst und viel unterwegs, lohnt sich ein Fahrtenbuch. Vieles muss beim Finanzamt zwar nicht eingereicht werden, aber bestimmte Aufwendungen und Nachweise werden erwartet oder im Nachhinein angefordert. Wer fleißig Ordnung hält, spart sich also Zeit und Nerven.

TIPP 4: PAUSCHBETRÄGE BEACHTEN

Oftmals lohnt sich die Mühe die Steuererklärung abzugeben schon aufgrund der sogenannten Pauschbeträge. Dabei handelt es sich um festgesetzte Beträge, die du als Steuerzahler pauschal absetzen kannst, die also dein zu versteuerndes Einkommen reduzieren. Der Vorteil: Du musst keine Nachweise dafür an das Finanzamt übermitteln. Du solltest dich also darüber erkundigen, welche Pauschalen für dich relevant sind und du in Anspruch nehmen kannst. Die wichtigsten Pauschbeträge für Beruf und Geldanlage im Überblick:

1. Werbungkostenpauschale

Die gesamten Kosten, die ein Arbeitnehmer für den Job aufbringt, fallen im Finanzamt unter Werbungskosten an. Dazu zählt beispielsweise die Arbeitskleidung, die tägliche Fahrt zur Arbeit oder die Ausstattung für das Home-Office. Pauschal wird jedem am Ende des Jahres 1.000 Euro dafür angerechnet, das heißt vom zu versteuernden Einkommen abgezogen.

2. Entfernungspauschale

Ob zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder mit dem eigenen Auto. Die Fahrtkosten, die für deinen Weg zur Arbeit entstehen, kannst du mit der Entfernungspauschale, besser bekannt als Pendlerpauschale, steuerlich geltend machen. Für die ersten 20 Kilometer (einfache Strecke) erhältst du 30 Cent/km Steuervergünstigung vom Staat. Ab dem 21. Kilometer sind es 35 Cent/km. Die Entfernungspauschale wird zur Werbungskostenpauschale gezählt, kann aber schnell zu einem Wert von über 1.000 Euro führen und sich somit lohnen.

3. Homeoffice Pauschale

Inbesondere für das Steuerjahr 2021 interessant: die Homeoffice-Pauschale. Diese beträgt 5 Euro pro Homeoffice-Tag, ist jedoch auf 600 Euro im Jahr bzw. 120 Tage begrenzt. Diese Pauschale wird jedoch ebenfalls zu den Werbungskosten gerechnet. Profitieren kannst du davon also nur, wenn deine gesamten Werbungskosten über 1.000 Euro liegen.

4. Sonderausgabenpauschbetrag

Bestimmte anfallende Kosten zählen im Steuerrecht zu den Sonderausgaben. Diese können in zwei Gruppen unterteil werden. 1. Vorsorgeaufwendungen: Dazu zählen u. a. Beiträge für die Altersvorsorge, Kranken- und Pflegeversicherung sowie zu weiteren Versicherungen (z. B. Haftpflichtversicherung). Davon zu unterscheiden sind 2. „andere“ Sonderausgaben, wie beispielsweise Kosten für die erste Ausbildung, Spenden, Mitgliedsbeiträge oder die Kirchensteuer. Für die Sonderausgaben erhalten Singles pauschal 36 Euro, Ehepaare 72 Euro. Die Kosten für Sonderausgaben in der Steuererklärung anzugeben lohnt sich meist, aufgrund des niedrigen Pauschbetrags. Allein mit der Kirchensteuer oder mit Spendensummen liegt man hier schnell höher.

5. Sparerpauschbetrag

Dieser Freibetrag bei der Einkommensteuer stellt Kapitaleinkünfte bis zu einer bestimmten Ertragssumme steuerfrei. Singles können derzeit Kapitalerträge und Zinsen bis 801 Euro, Ehepaare bis 1.602 Euro pro Jahr steuerfrei behalten. 2023 soll der Sparerpauschbetrag auf 1.000 Euro bzw. 2.000 Euro angehoben werden. Den Sparerpauschbetrag musst du nicht extra beantragen, aber wichtig ist, dass du bei deiner Bank oder gesplittet auf mehrere Banken einen Freistellungauftrag erteilst.

TIPP 5: STEUERSOFTWARES SPAREN ZEIT UND GELD

Wer noch nicht viel Erfahrung mit der Steuererklärung hat, den schreckt das offizielle Steuerprogramm ELSTER womöglich ab, denn einfach und intuitiv ist das Programm nicht. Ein Steuerberater kann hier helfen, kostet in der Regel aber auch einiges an Geld. Eine sehr gute und kostengünstige Alternative sind daher Steuersoftwares, die dich Schritt für Schritt bei der Erstellung deiner Steuererklärung helfen. Damit sparst du Zeit, Nerven und kannst wertvolle Tipps erhalten, die eine höhere Rückerstattung ermöglichen. Mit deiner Zustimmung kann das Finanzamt deine Steuerdaten direkt in die Software übermitteln. Dadurch vermindert sich der Aufwand weiter. Solche Steuerprogramme kosten ca. 15 bis 60 Euro und sind als Software für den Computer bzw. den Browser oder die App angelegt. Etabliert hat sich z. B. der Klassiker: „Wiso Steuer“.

Du siehst, sich dem Thema Steuern mit Gelassenheit zu widmen ist vielleicht nicht einfach, aber auf jeden Fall möglich. Wenn du erstmal angefangen hast, geht das Thema locker von der Hand und du kannst kräftig davon profitieren. Am Anfang dauert es sicher etwas länger, aber mit der Zeit wird es zu einem Heimspiel.

Du hast noch nicht genug von Steuern? Mehr hilfreiche Tipps und Basiswissen gibt es in unserer Podcast-Folge „Wir lieben Steuern und du bald auch – ein Cocktail mit Helen & Sarah“. Wir wünschen viel Spaß beim Zuhören!

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