Nanu, was haben wir denn da? Beim Blick in die Fragestrecke unseres Robo Advisors fällt bei der Auswahl unserer nachhaltigen GreenFolios auf, dass Anleger und Anlegerinnen zukünftig auch individuelle Nachhaltigkeitspräferenzen angeben können. Dabei handelt es sich um die sogenannte „Nachhaltigkeitspräferenzabfrage“, die Teil des „EU-Aktionsplans zur Finanzierung nachhaltigen Wachstums“ ist und die Finanzmarktteilnehmer, wie z. B. digitale Vermögensverwalter, zukünftig umsetzen müssen. Am Donnerstag, den 28. Juli 2022, geht die neue Abfrage live.

Der „EU-Aktionsplan zur Finanzierung nachhaltigen Wachstums“ ist ein Maßnahmenkatalog, der dem Pariser Klimaabkommen folgt. Dieser hat insbesondere das Ziel, Kapitalflüsse in nachhaltige Investitionen umzulenken. Mehr Informationen dazu findest du in unserem Blog-Post „EU-Aktionsplan: Nachhaltigkeit auf dem Vormarsch“.

WAS IST NEU?

Um einen passenden Anlagevorschlag zu erstellen, mussten Finanzberater und Vermögensverwalter bis dato notwendige Informationen, wie zum Beispiel dein Wissen und deine Erfahrung im Bereich Geldanlage, deine Risikotoleranz oder die Fähigkeit, Verluste zu tragen, abfragen. Ergänzt werden diese notwendigen Informationen jetzt noch um die angesprochene Nachhaltigkeitspräferenzabfrage. Diese Abfrage erscheint, wenn du dich für eine nachhaltige Geldanlage interessierst. Sie hat das Ziel, die nachhaltige Geldanlage noch transparenter zu gestalten, indem deine individuellen Bedürfnisse im Bereich Nachhaltigkeit berücksichtigt werden. Diese Bedürfnisse kannst du dann mit unseren nachhaltigen Geldanlagen abgleichen.

NACHHHALTIGKEITS­PRÄFERENZ­ABFRAGE BEI VISUALVEST

Entscheidest du dich in unserer Fragestrecke für eine nachhaltige Geldanlage, beginnt die neue Nachhaltigkeitspräferenzabfrage. Diese erfolgt in zwei Stufen:

Stufe 1: Vermeidung nachhaltigkeitsschädlicher Investitionen

Die Abfrage der ersten Nachhaltigkeitspräferenz zielt auf die Vermeidung nachhaltigkeitsschädlicher Investitionen ab. Du kannst also angeben, ob und welche negativen Auswirkungen (z. B. Treibhausgasemissionen, Biodiversitätsschäden, etc.) im Kontext deiner nachhaltigen Geldanlage vermieden werden sollten. Das heißt: Es wird nur in solche Unternehmen bzw. Finanzprodukte investiert, die das ausgewählte nachhaltigkeitsschädliche Verhalten ausschließen bzw. minimieren. Beim Abgleich einer passenden Anlagestrategie wird diese Präferenz dann berücksichtigt.

Die Vermeidung bzw. Minimierung negativer Auswirkungen bei der nachhaltigen Geldanlage ist für unsere GreenFolios nichts Neues. Im Gegenteil: Als erster Robo Advisor haben wir bereits 2016 die nachhaltige Geldanlage in unser Angebot mitaufgenommen und uns für einen ganzheitlichen ESG-Nachhaltigkeitsansatz entschieden. Dieser schließt u. a. kontroverse Geschäftsfelder aus und bevorzugt Unternehmen und Staaten, welche in den Feldern Umwelt, Soziales und gute Unternehmensführung zu den besten ihrer Branche zählen. Ebenfalls kommen nur die Fonds mit dem geringsten CO2-Ausstoß in die engere Auswahl.

Stufe 2: Förderung eines positiven Beitrags

In einem zweiten Schritt folgt dann die Abfrage von Nachhaltigkeitspräferenzen, die auf die Herbeiführung positiver Nachhaltigkeitsbeiträge zielen. Das heißt, du kannst angeben, ob und in welchen Bereichen idealerweise ein positiver Beitrag durch deine nachhaltige Geldanlage gefördert werden sollte.

Dabei lassen sich zwei Arten unterscheiden:

1. Die Förderung eines positiven Beitrags im ganzheitlichen Nachhaltigkeits-Sinn (Bereich Umwelt & Bereich Soziales)

Dies umfasst wahlweise eine positive Förderung in den Bereichen Umwelt oder Soziales (inklusive Grundsätze guter Unternehmensführung). Der Maßstab zur Messung eines positiven Beitrags in diesen Bereichen stellen die 17 Nachhaltigkeitsentwicklungsziele (Sustainable Development Goals – „SDGs“) der UN dar. Diese umfassen beispielsweise den Kampf gegen Armut, weniger Ungleichheiten, hochwertige Bildung oder den Klimaschutz.

Zur Bewertung des positiven Beitrags eines Unternehmens wird berechnet, welcher Umsatzanteil des Unternehmens konkret auf ökologische bzw. soziale Ziele einzahlt. Wichtig zu verstehen ist: Wird kein positiver Beitrag generiert, heißt das nicht, dass ein Unternehmen nicht nachhaltig ist. Es heißt nur, dass es durch den Verkauf seiner Produkte und Dienstleistungen nicht aktiv zu einem der Ziele beiträgt. Der positive Beitrag, den ein Unternehmen leisten kann, ist somit auch von der jeweiligen Branche und vielen weiteren Faktoren abhängig. Ein Hersteller von Windkraftanlagen hat gegenüber einem Hersteller von Matratzen in dieser Messmethode also einen Vorteil, denn durch Vertrieb von Windkraftanlagen ist der Umsatzanteil zur Erreichung des Ziels "Klimaschutz" per se sehr hoch. Gleichwohl können beide Unternehmen nach ESG-Aspekten gleichgestellt nachhaltig sein, durch beispielsweise die Verwendung umweltschonender Materialien oder guter Arbeitsbedingungen. Auf Portfolio-Ebene fließen nach diesem Prinzip hunderte bzw. tausende Unternehmen in die Berechnung mit ein. Bei unseren GreenFolios ist der Beitrag zu den nachhaltigen Zielen schon heute positiv zu bewerten: Zwischen 3 und 8 % liegt der durchschnittliche Umsatzanteil der Unternehmen, der auf die Ziele einzahlt (Stand 22.07.2022).

2. Die Förderung eines positiven Beitrags anhand streng definierter Umweltziele (Verfolgung streng definierter Umwelt-Ziele/EU-Taxonomie)

Im Unterschied zur ersten Kategorie zielt diese Nachhaltigkeitspräferenz darauf ab, gezielt in Geldanlagen zu investieren, die einen wesentlich positiven Beitrag zum Umweltschutz leisten. Dabei sind 6 konkrete Umweltziele gemeint, die im Rahmen der EU-Taxonomie definiert werden (Informationen zur EU-Taxonomie erhältst du in unserem Blog-Post „EU-Aktionsplan: Nachhaltigkeit auf dem Vormarsch“). Diese sind:

  1. Minderung des Klimawandels
  2. Anpassung an den Klimawandel
  3. Nachhaltige Nutzung und Schutz von Wasser und Meeresressourcen
  4. Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft
  5. Vermeidung und Verminderung von Umweltverschmutzung
  6. Schutz und Wiederherstellung von Biodiversität und Ökosystemen

Bislang steht die Taxonomie noch am Anfang und wird stufenweise entwickelt. Das heißt: bislang sind nur für die ersten beiden Ziele der Taxonomie – Minderung und Anpassung an den Klimawandel – entsprechende Kriterien definiert. Allerdings fehlen hierzu noch genauere Daten, um die Taxonomie-Konformität eines Portfolios zu messen. Auch bezieht sich die EU-Taxonomie auf wirtschaftliche Aktivitäten von Unternehmen und ist auf Staaten derzeit noch nicht anwendbar. Das heißt, die Taxonomie muss erst noch weiterentwickelt werden und kann derzeit nicht in unseren GreenFolios messbar gemacht werden. Wir behalten die Thematik und ihren Fortschritt aber weiterhin im Blick und prüfen regelmäßig, wie ein Investment mit unseren GreenFolios einen noch positiveren Beitrag erzielen kann.

Du siehst, die Nachhaltigkeitspräferenzabfrage wird ihrem langen Namen gerecht und die Hintergründe sind durchaus kompliziert. In unserer Fragestrecke nehmen wir deine Präferenzen aber so unkompliziert wie möglich auf und stellen damit sicher, dass deine Geldanlage wirklich zu dir und deinen Werten passt. Du hast noch keine nachhaltige Geldanlage, aber interessierst dich dafür, einen positiven Beitrag zur Umwelt und Gesellschaft zu leisten? Dann klicke dich jetzt durch unsere Fragestrecke und lass dir von uns kostenlos einen nachhaltigen Anlagevorschlag erstellen.

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Die Geldanlage in Fonds ist mit Risiken verbunden, die zu einem Verlust deines eingesetzten Kapitals führen können. Historische Werte oder Prognosen geben keine Garantie für die zukünftige Wertentwicklung. Bitte mach dich deshalb mit unseren Risikohinweisen vertraut.