06.02.2018

Talfahrt an den Börsen – was du jetzt wissen musst

 

Der Blick in die heutigen Nachrichten sorgt bei vielen Anlegern für Sorge: Nachdem die Kurse in den USA und in Asien bereits während der vergangenen Tage einbrachen, traf es heute zur Börseneröffnung auch den deutschen Leitindex Dax. Wir erklären euch die Hintergründe des Kurseinbruchs und zeigen, was Anleger jetzt am besten tun sollten.

 

Warum fallen die Kurse?

Die Aktienmärkte weltweit korrigieren seit einigen Tagen die starke Kursentwicklung im Januar, die von Experten als „übertrieben“ eingeschätzt wird. Das bedeutet, dass die Kurse stärker angestiegen sind, als es die Entwicklung der Realwirtschaft rechtfertigen würde. Wenn diese Entwicklung durch fallende Kurse revidiert wird, wird dies als „technische Korrektur“ bezeichnet.

Den Stein ins Rollen brachte der US-Aktienindex Dow Jones, der am Montag um 4,6 Prozent einbrach. Der US-Arbeitsmarktbericht vom vergangenen Freitag attestierte den Vereinigten Staaten ein unerwartet starkes Lohnwachstum. In Folge dessen befürchten Anleger, dass diese Entwicklung zu einer steigenden Inflation und damit einer schnellen und deutlichen Erhöhung des Leitzinses führen könnte. Steigen die Zinsen, so werden auch Investitionsgüter und Kredite teurer – was sich negativ auf die Wirtschaft und deren Wachstum auswirkt. Zudem sind die Renditen von US-Staatsanleihen derzeit mit rund 2,8 Prozent so hoch wie lange nicht mehr und werden dadurch für Anleger wieder attraktiv. Die steigenden Renditen von Anleihen sowie politische Risiken wie bspw. Trump vs. FBI, wurden von US-Anlegern als zusätzliche Indikatoren dafür gewertet, risikobehaftete Wertpapiere abzustoßen. Der fallende Dow Jones von gestern riss anschließend auch die Kurse in Asien und Europa mit nach unten. Der Dax eröffnete am Dienstag mit einem Minus von 3,6 Prozent.

Öl in das Feuer an den Börsen gießen zudem automatisierte Handelssysteme großer Banken, die risikoreiche Wertpapiere reduzieren müssen: Rein von Algorithmen gesteuerte Investitionen verkaufen automatisch Wertpapiere, wenn bei einem Rückgang der Kurse ein bestimmter Grenzwert über- bzw. unterschritten wird. 

 

Was bedeutet das für die Portfolios von VisualVest?

Da unsere Portfolios je nach Risikoklasse in einen geringeren oder höheren Anteil an Aktien investieren, sind diese unterschiedlich stark von den aktuellen Entwicklungen an den Börsen betroffen. Insbesondere bei unseren aktienreichen Portfolios sind kurzfristig höhere Verluste angefallen. Anleger, die mithilfe eines Sparplans regelmäßig Geld anlegen, können von den fallenden Kursen jedoch auch profitieren: Bei niedrigen Kursen werden mehr Anteile gekauft, in Zeiten von hohen Kursen weniger. Somit lässt sich über die Zeit ein guter Durchschnittspreis erzielen.

 

Was sollten Anleger jetzt tun?

Ruhig bleiben. Natürlich ist das leichter gesagt, als getan. Dennoch ist ein panischer Verkauf von Vermögenswerten für langfristig ausgelegte Geldanlagen nicht sinnvoll. Die Experten sind sich derzeit uneinig, wie lange der Abwärtstrend an den Börsen noch anhalten wird. Da sich die gesamtwirtschaftliche Lage aber weiterhin positiv zeigt, ist mit einer baldigen Stabilisierung der Kurse zu rechnen. Die Entwicklung des Dax über die letzten fünf Jahre hinweg belegt, dass sich die Kurse in der Vergangenheit von jedem Einbruch wieder erholt haben:
 

Quelle: Finanzen.net

Gerade bei technischen Korrekturen erholen sich die Kurse in der Regel schneller von einem Einbruch, wenn die wirtschaftliche Lage weiterhin stabil ist. In Extremfällen können Schwankungen auch etwas länger andauern. Wir empfehlen die Geldanlage mit Aktien oder Investmentfonds aus diesem Grund möglichst langfristig auszurichten, mindestens jedoch für drei Jahre.

Weitere Infos zu kurzzeitigen Verlusten und der optimalen Aufstellung deiner Geldanlage findet ihr in unserem Blog Post: Das Depot zeigt Verlust statt Gewinn - was tun?

 

Die historische Wertentwicklung gibt keine Garantie auf die Wertentwicklung in der Zukunft.