19.07.2018

Rückblick Q2 – Was war los am Finanzmarkt?

Im 2. Quartal war wieder einiges los auf der Welt, was an den Finanzmärkten nicht spurlos vorüberging. Wir haben euch die wichtigsten Entwicklungen des 2. Quartals dieses Jahres zusammengefasst.

Das zweite Quartal startete zunächst mit einem Aufschwung an den Kapitalmärkten, welcher die Verluste der vorherigen Monate wieder ausglich. Grund dafür waren die zunächst positiven Töne bezüglich des Handelskonflikts zwischen den USA und dem Rest der Welt. Allerdings wendete sich das Blatt schnell wieder, als die USA Zölle auf Stahl-und Aluminiumimporte einführte. Die Lage spitzte sich zu, als China und Europa mit Gegenmaßnahmen reagierten, woraufhin die USA die Ausdehnung der US-Zölle androhte. Darüber hinaus belastete die Regierungsbildung in Italien in der zweiten Maihälfte die Märkte. Ein Blick auf das globale Wachstum zeigt, dass dieses zwar weiterhin robust ist, sich jedoch nicht mehr über alle Regionen gleichmäßig erstreckt, wie es noch Anfang des Jahres der Fall war. Das liegt vor allem an der Steuersenkung durch US-Präsiedent Trump. Während sich diese wie ein Antrieb auf die Konjunktur in den USA auswirkte, bleibt solch ein Anreiz in Europa und den Emerging Markets bisher aus.

 

 

Die Aktienmärkte legten, nach dem vergleichsweise schwachen ersten Quartal, weitgehend zu. So stieg der S&P 500 um 2,9 Prozent. Die europäischen Aktienmärkte verzeichneten allerdings nur geringe Zugewinne (EURO STOXX 50 +1,0 %). Die Aktienmärkte der Schwellenländer verzeichneten sogar einen Verlust (MSCI Emerging Markets -4,2 %). Dies lag vor allem an der Bedrohung durch die Handelskonflikte mit den USA und an politischen Unsicherheiten.

Die politischen Unsicherheiten in den Emerging Markets und Italien gingen auch an den Rentenmärkten nicht spurlos vorüber. Anleihen aus Schwellenländern waren besonders betroffen (JPM EMBI Global Divers -3,5%). Auch die Rendite für 10-jährige deutsche Staatspapiere sank im 2.Quartal auf 0,30 Prozent.

Der Rohstoffmarkt wurde im 2. Quartal durch die Aufkündigung des Atomabkommens mit dem Iran und durch die Androhung neuer Sanktionen durch US-Präsident Trump beeinflusst. Auch die Produktionsausfälle in Venezuela und Libyen führten zu einem steigenden Ölpreis (Brent +12,3 %). Die Ende Juni angekündigten Sanktionen der USA, gegen Länder, die iranisches Öl kaufen, ließ mögliche preisdämpfende Effekte der von der OPEC angekündigten Produktionsausweitung bisher größtenteils verpuffen.

 

So performten die VisualVest Portfolios

Aus den bereits genannten Gründen, performte im 2. Quartal auch in unseren Portfolios die Assetklasse „Aktien aus Industrieländern“ am besten. Zudem verzeichneten Rohstoffe einen klaren Gewinn. Die Assetklasse „Aktien aus Schwellenländern“ fuhr hingegen auch bei uns die größten Verluste ein. Insgesamt erzielten unsere VestFolios im 2. Quartal eine Netto-Performance von - 0,20 % im risikoärmsten Portfolio und bis zu 2,3 % im risikoreichsten Portfolio. Grund dafür war, dass Aktien aus Industrieländern und Rohstoffe in den risikoärmeren VestFolios in viel kleineren Anteilen vorhanden sind und diese somit weniger von den positiven Effekten profitierten. Die nachhaltigen GreenFolios konnten im 2. Quartal alle eine positive Performance erzielen. Unser risikoärmstes GreenFolio erzielte eine Netto-Performance von 1,24 % und das risikoreichste GreenFolio von 3,01 %.

 

Netto Performance der VestFolios im 2. Quartal 2018

VestFolio 1

-0,20 %

VestFolio 2

-0,22 %

VestFolio 3

0,40 %

VestFolio 4

0,80 %

VestFolio 5

1,37 %

VestFolio 6

1,97 %

VestFolio 7

2,30 %


Netto Performance der GreenFolios im 2. Quartal 2018

GreenFolio 1

1,24 %

GreenFolio 2

2,38 %

GreenFolio 3

3,01 %

Ausblick

Die von der US-Regierung hervorgerufenen Handelskonflikte werden sich weiterhin auf das Wachstumstempo in Europa und den Emerging Markets auswirken, da diese wesentlich stärker in den Welthandel eingebunden sind, als andere Regionen. Da die USA einen großen nationalen Heimatmarkt betreiben, werden sie davon weniger betroffen sein und erhalten noch einen zusätzlichen Wachstumsimpuls durch die Steuerreform Trumps. Darüber hinaus sorgt die politische Lage in Europa weiterhin für Unsicherheiten. Fragen bezüglich des Umgangs mit der Migrationspolitik und des Brexits sowie der neuen italienischen Regierung stehen im Raum. Die einzige Sicherheit gibt die amerikanische Zentralbank Fed, die noch weitere Zinserhöhungen im Laufe des Jahres vornehmen wird. Die Europäische Zentralbank wird noch bis Ende des Jahres Anleihen ankaufen. Eine erste Zinserhöhung wird im September 2019 erwartet. Ein grundsätzlich positives Umfeld für die Aktienmärkte bildet die gute Entwicklung der Weltkonjunktur. Diese kann jedoch immer wieder von politischen Unsicherheiten überlagert werden.

 

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