12.07.2017

Was tun bei Verlusten? 6 Tipps für Anleger

Wer sein Geld in Aktien, Anleihen oder auch Fonds investiert, hat für gewöhnlich das Ziel, möglichst gute Renditen zu erzielen. Fonds sind insbesondere in Zeiten niedriger Zinsen eine rentable Alternative zu klassischen Geldanlagen. Aber auch im Fonds-Depot kann es einmal zu einem Verlust kommen, in so einem Fall ist es von Vorteil vorbereitet zu sein, um die Situation besser einschätzen zu können.

Die Geldanlage in Fonds bringt immer auch Risiken mit sich, da an der realen Marktwirtschaft partizipiert wird. Falls jemand etwas anderes erzählt, ist dies schlichtweg falsch. Die Märkte können durch wirtschaftliche, politische, rechtliche, Umwelt- und weitere Ursachen beeinflusst werden. Dadurch kann es zu Kursschwankungen und somit auch Schwankungen im eigenen Depot kommen. Natürlich ist es unser Ziel für unsere Kunden die bestmögliche Performance zu erzielen und sowohl unsere Fondsexperten als auch die der Union Investment sind stets darauf bedacht, mit ihrer jahrelangen Erfahrung und Expertise breit diversifizierte Portfolios mit positiven Renditechancen zusammenzustellen. Leider kann es trotzdem mal zu kurzfristigen Verlusten im Portfolio kommen. Dies war auch bei einigen unserer Portfolios in den letzten Wochen der Fall. 
In solch einer Situation kommt bei Anlegern verständlicherweise die Frage auf, ob und wie sie reagieren können. Wir haben sechs Tipps für den Umgang mit einer negativen Performance der eigenen Geldanlage zusammengestellt.

Langfristig planen

Wenn das Depot mal ins Minus rutscht ist es wichtig, nicht gleich panisch alles zu verkaufen. Im Gegenteil – Ruhe bewahren ist in so einem Fall keine schlechte Strategie, denn kurzfristige Schwankungen sind normal. Gerade bei politischen Ereignissen, wie beispielsweise dem Brexit im vergangenen Jahr, steigen die Kurse meist schnell wieder an. In manchen Fällen dauern Schwankungen auch mal länger an, und gleichen sich dann auf längere Sicht wieder aus. Generell sollte darauf geachtet werden, dass die Geldanlage, insbesondere bei Aktien oder Fonds, langfristig ausgerichtet ist. Wir empfehlen deshalb immer einen Anlagehorizont von mindestens drei Jahren einzuplanen. Ein Blick auf die Historie des DAX® bestätigt dies: Es lässt sich erkennen, dass es zwar immer wieder Kurseinbrüche gab, jedoch waren diese meist nur kurzfristig. Langfristig lässt sich ein stetiger Kursanstieg beobachten. 

Ein weiteres Argument für eine langfristige Planung ist der Zinseszinseffekt: Wer monatlich 100 Euro anlegt, die sich jährlich durchschnittlich zu fünf Prozent verzinsen, und seine Zinsen jeweils am Ende des Jahres entnimmt, hat nach zehn Jahren 12.000 Euro eingezahlt und insgesamt 3.025 Euro Zinsen bekommen. Wer die Zinsen jedoch nicht entnimmt, hat schließlich 3.502 Euro angespart - weil sich auch die Zinserträge immer wieder verzinst haben. Je länger der Zeitraum, desto größer der Zinseszinseffekt. 

Das Risiko mit Bedacht wählen

Es ist ratsam, sich schon von Anfang an mit dem Risiko, das man eingehen möchte auseinanderzusetzen und vorrübergehende Schwankungen einzukalkulieren. Bei der Auswahl des Risikos ist es wichtig sich bewusst zu machen, was dieses Risiko für einen konkret bedeutet, bzw. welche Konsequenzen sich bei Kursverlusten daraus ergeben. Es ist für Anleger immer gut sich die Auswirkungen mit einem Zahlenbeispiel vor Auge zu führen. Wie im unteren Bild zu erkennen ist, hat man bei Strategie 3 beispielsweise die Chance 200 Euro Rendite zu erwirtschaften. Das hört sich zunächst ziemlich verlockend an. Wichtig an dieser Stelle ist, sich nicht nur von der Rendite locken zu lassen und dabei den Blick auf den möglichen Verlust zu verlieren. Denn wie sich ebenfalls erkennen lässt, birgt diese Strategie auch das Risiko 120 Euro zu verlieren. An diesem Punkt sollte jeder Anleger gut überlegen, ob er mit diesem Verlust leben könnte oder nicht. Wer sich damit im Vorhinein ausführlich auseinandergesetzt hat, kann in der Regel mit Kursschwankungen und möglichen Verlusten gelassener umgehen. 

Nicht alles auf eine Karte setzen

Ein guter Tipp, den man auf jeden Fall beachten sollte ist, sein Geld möglichst breit zu streuen und nicht alles in beispielsweise eine Aktie zu investieren. Mit einem gut diversifizierten Portfolio wird von Anfang an das Risiko möglicher Wertverluste verringert, da Verluste einer Anlageklasse häufig durch Gewinne einer anderen Anlageklasse wieder ausgeglichen werden. Dadurch wird das Risiko von Wertverlusten reduziert.

Emotionslos entscheiden

Jeder liebt Gewinne, Verluste hingegen schmerzen und machen Anleger nervös. In Zeiten fallender Märkte treffen viele Anleger die Verkaufs-Entscheidung nicht rational. Es sollte objektiv analysiert werden, welche Wertpapiere in der Zukunft positive Aussichten haben und welche nicht. Da sich der Markt und die Gegebenheiten ständig ändern, können auch Wertpapiere, die in der Vergangenheit positiv performt haben in der Zukunft schlechte Renditechancen haben. Bei VisualVest übernehmen das die Experten von Union Investment. Sie überprüfen kontinuierlich ob die Aufteilung des Portfolios und die Auswahl der Fonds in der heutigen Marktlage auch weiterhin den Qualitäts- und Renditekriterien entsprechen.

Fallende Kurse nutzen

Mit einem monatlichen Sparplan können Anleger von sinkenden Kursen sogar profitieren, da in Zeiten von geringen Kursen mehr Anteile gekauft werden und in Zeiten von hohen Kursen weniger. Somit lässt sich über die Zeit ein guter Durchschnittspreis erzielen. Durch die regelmäßigen Raten stellen Anleger zudem sicher, dass vor einer stärkeren Abschwung-Phase keine großen Summen investiert werden. Das senkt das Risiko.

Nicht alles investieren

Um bei Schwankungen ruhig bleiben und einen langfristigen Anlagezeitraum anpeilen zu können, sollte nur Kapital investiert werden, das nicht zur täglichen Lebenshaltung benötigt wird. Es ist wichtig vor dem Investieren sicherzustellen, dass die finanziellen Grundbedürfnisse gedeckt sind und ein Puffer für unvorhergesehene Ausgaben vorhanden ist. Ein guter Richtwert, wie hoch der kurzfristig verfügbare Betrag sein sollte, sind zwei bis drei Netto-Monatsgehälter. So können Anleger bei kurzfristigen Verlusten auch noch ruhig schlafen und sind nicht gezwungen aufgrund eines finanziellen Engpasses die Geldanlage mit Verlusten zu verkaufen. 

Die historische Wertentwicklung gibt keine Garantie auf die Wertentwicklung in der Zukunft.

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