11.04.2017

5 Fragen an den Experten: Warum ist Sparen mit Fonds eine clevere Wahl?

Finanzexperten sind sich einig: Wer sein Geld derzeit gewinnbringend anlegen möchte, kommt an Investmentfonds nicht vorbei. Aber warum sind Fonds so attraktiv und was sollten Anleger beim Fondssparen beachten? Wir haben Fondsspezialist Daniel Weimann befragt. Gemeinsam mit weiteren Experten des Portfoliomanagements von Union Investment ist er für die Zusammenstellung der VisualVest Portfolios verantwortlich.

Daniel, was macht die Geldanlage in Fonds so attraktiv?

Daniel Weimann: Die Investition in Fonds zeichnet sich insbesondere dadurch aus, dass Anleger an der Realwirtschaft partizipieren. Die Geldanlage basiert also auf tatsächlichen Entwicklungen von Unternehmen und Staaten und nicht auf reinen Spekulationen. Gerade aktuell stellen Fonds eine besonders attraktive Anlageform dar. Aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsen liefern Fest- und Tagesgelder keinen nennenswerten Ertrag. Durch die Abhängigkeit zur Realwirtschaft können die Renditen beim Fondssparen deutlich höher ausfallen. Hier gilt: Je höher das Risiko, das Anleger eingehen möchten, desto größer die Chance auf einen hohen Ertrag.

Für die meisten Anleger ist neben der Rendite aber auch die Sicherheit ein entscheidender Faktor. Ein grundlegender Vorteil von Fonds ist die Vermeidung von Klumpenrisiken, da das Geld der Sparer in unterschiedliche Vermögenswerte und auch Anlageklassen investiert wird. Ideal ist eine Kombination von Fonds, die in verschiedene Branchen und in unterschiedliche Anlageklassen weltweit investieren. Würden Anleger zum Beispiel ausschließlich Aktien eines einzigen Unternehmens kaufen, so wären sie gänzlich abhängig von dessen Entwicklung. Anleger, die aber auch Anteile von anderen Unternehmen halten, können mögliche Wertverluste mit dem Gewinn einer anderen Investition ausgleichen oder zumindest abmildern. Dieses Prinzip wird bei Fonds aufgegriffen: Hier sind eine Vielzahl unterschiedlicher Aktien oder festverzinslicher Wertpapiere enthalten, weswegen Fehlentscheidungen eines Unternehmens oder negative Entwicklungen eines Staates nicht so stark ins Gewicht fallen.

Zudem zählen Investmentfonds zum Sondervermögen, weshalb das Geld der Anleger vor einer Insolvenz der Fondsgesellschaft geschützt ist. Anleger müssen also nicht fürchten, dass ihr Geld in einem Insolvenzfall an Gläubiger ausgehändigt wird. Ein weiterer Vorteil ist, dass Sparer täglich auf ihr Geld zugreifen können. Sollte zum Beispiel wegen einer größeren Anschaffung kurzfristig mehr Liquidität benötigt werden, so kann das in Fonds investierte Geld jederzeit ausbezahlt werden.

Welche Anlageklassen sollten Sparer für ihre Fondsinvestition wählen?

Daniel Weimann: Sicherheitsorientierten Anlegern empfehlen wir ein Portfolio mit einem hohen Anteil an Anleihe- und Geldmarktfonds. Sparer, für die eine hohe Rendite im Vordergrund steht, sollten ein Portfolio mit einem hohen Aktien- und Rohstoffanteil wählen.

Für uns ist bei der Wahl der Anlageklassen die tägliche Handelbarkeit ein entscheidendes Kriterium. Wir möchten Anlegern ermöglichen, jederzeit auf ihr Geld zugreifen zu können. Bei einer Investition in Immobilienfonds wäre das zum Beispiel nicht gewährleistet, da hier gewisse Haltefristen gelten. Zudem setzen wir nur auf Anlageklassen, zu denen eine lange Entwicklungshistorie und somit eine weitreichende Datenbasis verfügbar ist.

Aus diesen Gründen haben wir uns bei den Portfolios von VisualVest für Aktien-, Anleihe-, Rohstoff- und Geldmarktfonds entschieden. Diese Klassen decken das Spektrum an liquiden Anlagen sehr gut ab und haben sich im Zeitverlauf als bestmögliche Option für Investmentfonds bewährt. Durch die Splittung der Anlage auf diese Klassen wird das Investitionsrisiko reduziert, da Schwankungen einer Klasse durch die einer anderen ausgeglichen werden. Je nach Risikoneigung des Anlegers fällt dabei eine Kategorie mehr oder weniger stark ins Gewicht.

Wie wirken sich aktuelle politische oder wirtschaftliche Ereignisse auf die Kursentwicklung von Fonds aus?

Daniel Weimann: Der Aktienmarkt ist unter allen Anlageklassen am volatilsten – er ist anfällig für Schwankungen durch externe Einflüsse. Ereignisse, die vorhersehbar sind, werden in Aktienkurse eingepreist und sind damit bereits berücksichtigt. Die Börse nimmt Erwartungen der Marktteilnehmer weitestgehend vorweg, doch nicht alle Entwicklungen sind absehbar. So können negative Schocks durch unerwartete Ereignisse entstehen. Diese negativen Entwicklungen sind aber oftmals nur von kurzer Dauer und haben langfristig keine nennenswerte Auswirkung auf eine Anlage. Ein Beispiel hierfür ist die Wahl von Trump zum US-Präsidenten im November 2016. Kaum jemand hatte ernsthaft damit gerechnet, dass er die Wahl tatsächlich gewinnen würde. Die Börse wurde von diesem Ereignis kalt erwischt. Die Aktienkurse brachen aber überraschenderweise nur kurzfristig ein und erholten sich deutlich schneller als erwartet. Andere Anlageklassen waren hiervon kaum oder gar nicht betroffen, wie zum Beispiel der Anleihemarkt.

Wie können Anleger die Risiken reduzieren, die durch solche externen Einflüsse entstehen?

Daniel Weimann: Da die verschiedenen Anlageklassen auf externe Einflüsse unterschiedlich reagieren, können negative Entwicklungen einer Klasse mit positiven einer anderen ausgeglichen werden. Aus diesem Grund ist eine Diversifikation der Anlage sinnvoll: Je breiter eine Investition gestreut ist, desto geringer ist das Risiko von Wertverlusten. Anleger sind daher mit einer Investition in mehrere Fonds unterschiedlicher Ausrichtungen gut aufgestellt. Ein langfristiger Anlagehorizont hilft zudem, kurzfristige Übertreibungen an den Märkten auszugleichen. Ich rate Anlegern, ihr Geld für mindestens drei Jahre in Fonds zu investieren.

Können Anleger selbst in Fonds investieren?

Daniel Weimann: Prinzipiell kann jeder Investmentfonds erwerben und sich daraus das eigene Portfolio zusammenstellen. Allerdings ist dies sehr zeitaufwendig und man muss sich intensiv damit beschäftigen. Daher empfehle ich Anlegern ohne fundiertes Finanzwissen, ihr Geld in Portfolios anzulegen, die von Experten zusammengestellt werden. Die Finanzprofis verfügen über weitreichende Informationen, auf deren Basis Modelle zur Aufteilung des angelegten Vermögens auf verschiedene Anlageklassen entwickelt werden. Bei VisualVest führen wir zusätzlich ein regelmäßiges Monitoring und, falls erforderlich, ein Rebalancing für alle Portfolios durch. Das bedeutet, dass wir die Investition unserer Kunden überwachen und regelmäßig prüfen, ob eine Umschichtung der Geldanlage zur Wiederherstellung der ursprünglich gewählten Portfoliozusammensetzung notwendig ist. Auf diese Weise stellen wir sicher, dass die Portfolios unserer Anleger stets zu ihrem individuellen Risikoprofil passen.

Weitere Informationen zum Fondssparen mit VisualVest gibt es hier: https://www.visualvest.de/angebot/